Fehmarn Strandnutzung

Das Problem mit uns Anglern und den selbsternannten 80 Mio. Polizisten.

Vor ein paar Monaten hatte ich ein Erlebnis, welches auf Fehmarn nicht all zu selten vorkommt. Das Problem taucht oft mit Touristen auf, die in der Regel nicht aus Schleswig-Holstein stammen, dennoch mit den Strand- und Küstenregeln „sehr gut“ vertraut sind. (Ironie)

Deshalb möchte ich hier mal Aufklärung betreiben für Angler wie auch Touristen.

Es kommen immer mal Touristen oder gelangweilte Rentner, die einem Angler zu nahe treten und regelrecht belästigen. Wenn Sie z.B. an einem Strand ein Verbotsschild sehen worauf unter anderem ein Symbol darstellt, das Angeln Verboten sei.

Solch ein Schild sagt nicht viel aus und gibt viel Spielraum für Interpretationen. Deshalb kann man solchen Menschen auch nicht böse sein.

Es gibt ein Sprichwort: „Unwissenheit schützt vor strafe nicht“. 

Deshalb sollte man sich erstmal erkundigen was die Rechtslage her gibt, bevor man einen Angler nötigt ausfallend zu werden.

In unserem Beispiel der Strandabschnitt Wallnau/Bojendorf auf Fehmarn, stehenden Schilder, welche unter anderem auf ein Angelverbot hinweisen, stammen vom Tourismus- Service Fehmarn (Burgtiefe, Zur Strandpromenade 4, 23769 Fehmarn). Laut Auskunft des Tourismus- Service gelten die Verbote nur in der Zeit, in der die weißen Bojen ausgebracht sind und auch nur innerhalb des von den Bojen eingegrenzten Bereichs. Hiermit sollen in erster Linie Strandgäste und Badende während der Sommermonate geschützt werden. 

Da aber Stadt & Gemeinde keine Befugnisse hat, Verbote und Einschränkungen im Wasser auszusprechen, gelten diese Verbote nur am Ufer. Im Wasser gelten die Gesetze des Bundes im genauen die des Bundeswasserstraßengesetzt (WaStrG)  

Wenn der Angler nun im Wasser steht, kann kommen und gehen wer will. Das Angeln ist nicht verboten! Jedoch bitte ich inständig alle Angler sowas dennoch nicht ausnutzen und auszureizen. Wer vernünftig ist wird mit ausreichendem Abstand schon seine Angel auswerfen.

Hinweisschild bojendorf auf fehmarn

Auch wie auf diesem Schild kann kein Verbot ausgesprochen werden. Hier wird lediglich darum gebeten nicht in den gekennzeichneten Bereichen zu Angeln.

Achtung wichtig für Brandungsangler!

Die Satzung über die Einschränkung des Gemeingebrauchs an dem der Sondernutzung
unterliegenden Meeresstränden und über die Ordnung am Strand in den Ortsteilen
Burgtiefe (Südstrand), Meeschendorf, Grüner Brink und Bojendorf der Stadt Fehmarn, durch zu lesen.

Um genau zu sagen §4 Abs. I, denn hier wird für die besagten Strände, eine Einschränkung  auferlegt:

„Das Brandungsangeln von 06.00 bis 18.00 Uhr in der Zeit vom 01.04. bis 31.10. j.J.“ ist Verboten.

Satzung über die Einschränkung des Gemeingebrauchs an dem der Sondernutzung unterliegenden Meeresstränden und über die Ordnung am Strand in den Ortsteilen Burgtiefe (Südstrand), Meeschendorf, Grüner Brink und Bojendorf der Stadt Fehmarn

Aufgrund der §§ 44 und 106 der Gemeindeordnung für Schleswig-Holstein (GO) in der Fassung vom 28.
Februar 2003 (GVOBL. Schl.-H. S. 58) in Verbindung mit § 35 des Gesetzes zum Schutz der Natur
(Landesnaturschutzgesetz – LNatSchG) in der Fassung vom 18. Juli 2003 (GVOBl. Schl.-H. S. 339) wird
nach Beschlussfassung der Stadtvertretung der Stadt Fehmarn vom 14.12.2017 folgende Satzung
erlassen:

§ 1 Anwendungsbereich
Die Vorschriften dieser Satzung finden Anwendung auf das der Sondernutzung gem. § 34, Absatz 1
LNatSchG unterliegenden Gebiet.

§ 2 Einschränkung des Gemeingebrauchs
Zur Verwirklichung des Rechts der Stadt Fehmarn, einen bestimmten Teil des Meeresstrandes für den
Badebetrieb zu nutzen (Sondernutzung nach § 5 LNatSchG), wird der Gemeingebrauch in dem der
Sondernutzung unterliegenden Strandabschnitten in der Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember in der
Weise eingeschränkt, als es ohne Zahlung einer Kurabgabe nicht gestattet ist, über die abgabepflichtigen
Strände zu wandern oder sich in dem Bereich des abgabepflichtigen Strände aufzuhalten. Einheimische
Bürgerinnen und Bürger der Stadt Fehmarn sind hiervon ausgenommen.

§ 3 Aufenthalt an den Stränden
(1) Die Strände dürfen nur von Personen in Anspruch genommen werden, die eine Berechtigung im
Sinne der Satzung über die Erhebung einer Kurabgabe in der Stadt Fehmarn vorweisen können.


(2) Personen mit ansteckenden Krankheiten im Sinne des Bundesseuchengesetzes in der jeweils
gültigen Fassung, ist der Zutritt zu den Badestränden nicht gestattet.

§ 4 Verhalten an den Stränden
(1) Jeder hat sich so zu verhalten, dass andere nicht mehr als nach den Umständen unvermeidbar und
für das Empfinden der Erholungssuchenden zumutbar beeinträchtigt werden.

 

(2) Insbesondere sind verboten:
a) Der Bau von Strandburgen von mehr als 3 m Durchmesser und 50 cm Tiefe. Der Abstand von
Fuß der Düne muss 3 m und der Abstand von der mittleren Wasserlinie wenigstens 7 m
betragen. Der Abstand zwischen den Strandburgen ist so zu bemessen, dass andere
Strandbenutzer passieren können. Die von städtischen Bediensteten durch Pfähle abgegrenzten
Durchgänge sind von Strandburgen freizuhalten;
b) Das Reiten in der Zeit vom 01.04. bis 31.10. j.J. (§ 32, Abs. 3, LNatSchG vom 24.02.2010)
sowie das Fahren und Abstellen von Fahrzeugen;
c) Das Lärmen von Personen oder Personengruppen, wenn dadurch eine Belästigung anderer
Strandbesucher eintritt;
d) musikalische Darbietungen sowie die Wiedergabe von Tonträgern, der Radioempfang oder
sonstige Geräuschentwicklungen, sofern andere Strandbesucher dadurch gestört werden;
e) Das Wegwerfen von Abfällen und Wertstoffen jeglicher Art außerhalb der für diese Zwecke zur
Verfügung stehenden Entsorgungs- bzw. Sammelbehältnisse;
f) Das Aufstellen von Zelten, Wohnwagen;
g) Das Aufstellen von Strandkörben ohne schriftliche Erlaubnis des Tourismus-Service Fehmarn;
h) Die unerlaubte Mitnahme von Sand und Steinen;
i) Das Abbrennen von Feuerwerken, offene Feuer und das Grillen, es sei denn, es liegt eine
Erlaubnis nach § 9 vor;
j) die Benutzung von Lenkdrachen/Drachen in der Zeit vom 01.04. bis 31.10.J.
k) Das Füttern von Wasservögeln;
l) Das Brandungsangeln von 06.00 bis 18.00 Uhr in der Zeit vom 01.04. bis 31.10. j.J.
m) Das Begehen oder Befahren der Dünen. Die Strände sind ausschließlich über die
ausgewiesenen Strandzugänge zu betreten;
n) Das Lagern Dritter innerhalb einer Schutzzone von 2 Metern im Umkreis eines Strandkorbes;
o) Das Betreiben von unbemannten Luftfahrtsystemen und Flugmodellen (z.B. Drohnen) in der Zeit
vom 01.04. bis 31.10. j.J.

 

(3) Das Aufstellen von sogenannten Iglu-Zelten und Windschutzwänden an den konzessionierten
Stränden zwischen, vor und hinter den Strandkörben ist nicht gestattet. Grundsätzlich erlaubt ist
das Aufstellen von Iglu-Zelten und Windschutzwänden an den ausgewiesenen Freizonen, in denen
keine Strandkörbe stehen.

 

(4) Insbesondere ist auf der Promenade nicht gestattet:
a) das Fahrradfahren, Skateboardfahren, Tretmobilfahren und das Fahren oder die Benutzung von
Rollerblades, Inline-Skates und allen ähnlichen Geräten in der Zeit vom 01.04. bis 31.10. j.J.,
b) das Fahren und Abstellen von Fahrzeugen jeglicher Art;
c) das Mitführen von Hunden, die nicht an der Leine geführt werden.

§ 5 Hunde an den Stränden
Hunde dürfen an den der Sondernutzung unterliegenden Strandabschnitten in der Zeit vom 01.04. bis
31.10. j.J. nicht mitgeführt werden (§ 32, Abs. 2, LNatSchG vom 24.02.2010), mit Ausnahme der in den
jeweiligen Konzessionen ausgewiesenen Hundestrände.

§ 6 Wasserfahrzeuge am Badestrand
(1) Wasserfahrzeuge aller Art dürfen an den Badestränden nicht zu Wasser gebracht, gelagert oder
angelandet werden. Das Befahren der markierten Badezonen mit Wasserfahrzeugen aller Art ist
untersagt. Für die Boote der Lebensrettungsgesellschaft der Gesellschaft zur Rettung
Schiffbrüchiger, die Wassertretboote, Paddelboote und SUP-Boards zugelassener Bootsverleihe,
gilt eine Ausnahmeregelung.

 

(2) Im Übrigen gelten für Maschinenfahrzeuge die Bestimmungen der Seeschifffahrtstraßen-Ordnung in
der jeweils gültigen Fassung.

§ 7 Gewerbliche Betätigung am Strand
Das Benutzen des Strandes zum Zwecke der gewerblichen Betätigung sowie zu Reklamezwecken und da Ankleben, Anheften, Verteilen, Umhertragen oder Umherfahren von Plakaten oder plakatähnlichen
Schriften, Zetteln oder Transparenten ist nicht gestattet. Ausnahmen sind nach § 9 zu regeln.

§ 8 Strandaufsicht
(1) Den Anordnungen der zur Aufrechterhaltung der Ordnung am Strand angestellten Personen, die
sich als solche auszuweisen haben, ist Folge zu leisten.


(2) Wer sich den Anordnungen nicht fügt, kann vom Strand verwiesen werden.

§ 9 Ausnahmegenehmigungen
Die Stadt Fehmarn kann unter dem Vorbehalt jederzeitigen Widerrufs Ausnahmen von den Vorschriften
dieser Satzung erteilen, die auch mit Auflagen und Bedingungen verbunden sein können.

§ 10 Ordnungswidrigkeiten
(1) Ordnungswidrig gem. § 134 Abs. 5 der Gemeindeordnung handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig
gegen § 4 Abs. 1, § 4 Abs. 2 a) – o), § 4 Abs. 3, § 4 Abs. 4 a) – c), § 5, § 6 Abs. 1 und 2 sowie § 7
verstößt.


(2) Die Ordnungswidrigkeiten können jeweils mit einer Geldbuße bis zu 1.000,00 € je Fall geahndet
werden.


(3) § 8 bleibt unberührt.

§ 10 Ordnungswidrigkeiten
(1) Ordnungswidrig gem. § 134 Abs. 5 der Gemeindeordnung handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig
gegen § 4 Abs. 1, § 4 Abs. 2 a) – o), § 4 Abs. 3, § 4 Abs. 4 a) – c), § 5, § 6 Abs. 1 und 2 sowie § 7
verstößt.


(2) Die Ordnungswidrigkeiten können jeweils mit einer Geldbuße bis zu 1.000,00 € je Fall geahndet
werden.


(3) § 8 bleibt unberührt.

§ 11 Inkrafttreten
Diese Satzung tritt zum 01.01.2018 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Satzung über die
Einschränkungen des Gemeingebrauchs an dem der Sondernutzung unterliegenden Meeresstrand und
über die Ordnung am Strand im Ortsteil Burgtiefe (Südstrand) der Stadt Burg auf Fehmarn vom 01.01.2003
außer Kraft.

Ausgefertigt:
Fehmarn, den 14.12.2017
Stadt Fehmarn – Der Bürgermeister –
gez. Jörg Weber

Das Original findet ihr auf:
https://www.fehmarn.de/business